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HobbyArt - Nr. 6 / November 2005

Atelier Christel Hasenbeck in Japan
Tradition ist Top-Trend

Im Rahmen des Deutschlandjahres in Japan wurde auch eine deutsche Kreativ-Botschafterin nach Japan eingeladen. Sechs Wochen lang war die Düsseldorfer Künstlerin Christel Hasenbeck auf Tournee quer durch Japan und begeisterte hunderte Japaner mit dekorativer Malerei.


Christel Hasenbeck in voller Aktion bei ihrer Japanreise im Zeichen der Kreativität.

Bauernmalerei heißt eine bestimmte Stilrichtung der dekorativen Malerei, der hier zu Lande oft mit Skepsis begegnet wird, durchaus aber Fanpotenzial hat. Christel Hasenbeck widmet sich in ihrem Düsseldorfer Atelier seit langem dieser faszinierenden Technik und hat seither weit über 3.000 Japanerinnen in Deutschland dafür begeistern können. Im Rahmen des Deutschlandjahrs in Japan, für das der deutsche Bundespräsident Horst Köhler und Kronprinz Naruhito von Japan die Schirmherrschaft übernommen haben, reiste die Künstlerin im Auftrag des Goetheinstituts von Mitte Mai bis Ende Juni nach Japan, tourte dort durch insgesamt elf Großstädte und lehrte in zahllosen Workshops die Kunst der dekorativen Malerei.

Entgegen der Konjunktur
Unterstützt wurde die Kreativ-Botschafterin durch das japanische Hobby-Unternehmen Sun-K, und die Seminare waren samt und sonders bis auf den letzten Platz ausgebucht, von A wie Amagasaki bis U wie Uji. Die enorme Resonanz kam auch durch Hasenbecks Netzwerk ehemaliger Schülerinnen zu Stande, die heute wieder im Land der aufgehenden Sonne leben. In Japan findet der „deutsche Stil“ der dekorativen Malerei ausgesprochen großen Anklang generell.


Christel Hasenbeck vor vollen Rängen, unterstützt von Simultan-Übersetzung und Videowand.

Zahlreiche Ateliers und Shops werben für diese Technik und verkaufen sie. Unlängst bewarb sogar die Vogue Japan eine Ausstellung zu diesem Thema in einem von Tokios größten Kaufhäusern. Zehntausende Japaner ließen sich den Besuch nicht entgehen. Auch zahlreiche Kataloge und Zeitschriften in Nippon widmen sich der „Bauernmalerei“ und verwandten Stilrichtungen. „Der in Japan beliebte europäische Landhausstil und Möbelhäuser wie Ikea, die zur farblichen Gestaltung unbehandelter Hölzer vieler Möbelstücke anregen, tun zum Trend ein Übriges“, so Christel Hasenbeck. Sie ist begeistert über den Empfang, der ihr, Mitarbeiterin Yoshiko Suzuki und ihrer kleinen Gruppe unterstützender Mitreisender zuteil wurde.
Ob in Kulturzentren oder Uni-Hörsälen, ob in Osaka oder Tokio – schnell wurden aus Zuhörern begeisterte Hobbykünstler. Und ganz nebenbei wurden neue Brücken geschlagen. „Jetzt wünsche ich mir nur, dass auch in Deutschland wieder erkannt wird, wie viel Spaß die dekorative Malerei mit Acrylfarben macht“, so Christel Hasenbeck. „Im Rahmen der Retro-Bewegung zu Techniken der 70er-Jahre könnte das gut funktionieren.“ scho