Page 4

HH cologne 2017

Schneidermeisterin, Jurorin, Autorin Master tailor, juror, author //Nähen in Perfektion Sewing in perfection Inge Szoltysik-Sparrer ging ihrer Leidenschaft zum Nähen bereits im zarten Alter von vier Jahren nach. Schon einen Tag nach Bestehen der Meisterprüfung im Schneiderhandwerk hat sie sich mit ihrem eigenen Atelier eine Existenz aufgebaut. Sie ist in Fachgremien aktiv und engagiert sich für ihre Branche. Zudem ist die Schneidermeisterin Bundesvorsitzende des Maßschneiderhandwerks, Dozentin bei der Handwerkskammer Dortmund in der Meisterausbildung und Mitglied im dortigen Meisterprüfungsausschuss. Zum zweiten Mal war sie in der Jury der Sendung „Geschickt eingefädelt“ neben Guido Maria Kretschmer zu sehen. Inge Szoltysik- Sparrer followed her passion for sewing at the tender age of just four. Just a day after she graduated from her studies as a tailor with a master's certificate, she had already estab - lished her new existence in her own studio. She is active on specialist committees and very much engaged for her industry. The master tailor is also chairwoman of the Bundes - verband des Maßschneiderhandwerks e.V. (custom tailoring trade), lecturer at the Dortmund Chamber of Crafts in master crafts training and a member of its master crafts examination board. She has already been a juror for the second time along with Guido Maria Kretschmer on the TV show, “Geschickt eingefädelt” (The Great British Sewing Bee). Wie sind Sie zum Nähen gekommen? How did you start sewing? Ich komme aus einer Familie, in der sehr viel gehandarbeitet wurde. Vom Häkeln, über Sticken, Stricken, Basteln bis hin zum Nähen. Es hat mich schon immer fasziniert, was dabei herauskommt, wenn man mit den eigenen Händen etwas schaffen kann. Meine Mutter hat immer für uns Kinder die Kleidung genäht und ich habe immer mit geholfen, Handarbeiten ausgeführt und habe für mein Leben gerne gebügelt. Somit habe ich bereits mit vier Jahren meine eigene Nähmaschine bekommen und kreativ vom Kissenbezug bis hin zum Puppenkleid alles vernäht. Mein erstes Kleidungstück war ein langes Kleid zur Schulentlassfeier. Da war ich 13 Jahre, ich hatte zwei Kurzschuljahre und bin bereits mit 13 Jahren aus der Schule entlassen worden. So etwas ist heute undenkbar. I'm from a family that has always been rich in handicrafts and needlework. From crocheting to embroidery and knitting, right through to handicrafts and sewing. I've simply always been fascinated by what comes out at the end when you can create something with your own hands. My mother always sewed our clothes for us as children and I always helped her with the needlework, and I even loved to iron. So I even got my own sewing machine when I was just four, and creatively sewed everything from pillow cases to doll's clothes. My first piece of clothing was a long dress for my school graduation ball. I was thirteen, I had two short school years and was already released from school at just thirteen. Unthinkable today of course. © VOX, Andreas Friese Was hat sich verändert seit Ihrer Ausbildung zu heute? So what has changed today since your training? Da kann ich gleich bei der Nähmaschine anfangen. Meine erste Nähmaschine war ohne Elektrik, sondern mit Trittbrett zum Treten. Damit war es noch viel schwieriger, einen gleichmäßigen Nährhythmus und eine gerade Naht hinzubekommen. Heute ist alles vollelektronisch oder sogar computergesteuert. Oder nehmen wir das Bügeleisen. Da gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Dampf-Bügelgeräten mit beheizten Bügelbrettern, die Absaugen und Aufblasen, um ein schönes Endergebnis zu erzielen. Bei uns im Atelier werden die Maßschnitte für unsere Kunden sogar mit einem hochmodernen Schnittkonstruktionsprogramm per CAD entwickelt und mit dem Plotter ausgedruckt. Digitalisierung hält überall Einzug. Dennoch lässt sich unsere eigentliche handwerkliche Arbeit nicht ersetzen. Unsere Kunden und wir alle im Atelier legen großen Wert auf perfekt eingesetzte und ausgeführte Handarbeiten an den Kleidungsstücken. Bei uns gibt es nur Handknopflöcher, sogar das Futter wird von Hand in die Kleidungsstücke einstaffiert. Well straight away I'd have to say the sewing machines. My first one was manual, no electricity, but rather powered by foot, which meant it was much more difficult to keep a constant sewing rhythm and a straight sewing line. Today it is all fully electronic or even computer-controlled. Or let's take the iron, shall we? We now even have a multitude of steam ironing appliances with heated ironing boards, which suck in and blow out to achieve a beautiful end result. In our studio the measured cuts for our clients are even developed with an ultra-modern pattern construction programme per CAD and printed out with the plotter. Digitalisation is moving in everywhere. Our actual handicraft work cannot, however, be replaced. Our clients and all of us in the studio place great value in perfectly employed and completed handwork on all our garments. We only have hand-made buttonholes, and even the lining goes into the garment by hand. Was finden Sie so spannend an Ihrem Beruf? What do you find so exciting about your profession? Das jeder Kundenwunsch oder auch jedes Kleidungsstück einzigartig und immer wieder anders ist. Jedes Modell hat eine andere Geschichte und einen anderen Einsatz. Und dann für das Modell den richtigen Stoff auswählen, um das bestmöglich optimierte Endergebnis zu erzielen. Wenn man dann das strahlende Gesicht des Trägers oder der Trägerin sieht und das Gefühl entsteht: Alles richtig gemacht! Dann sind beide Seiten glücklich. K 4 h+h cologne – Internationale Fachmesse für Handarbeit + Hobby • Messekatalog 2017


HH cologne 2017
To see the actual publication please follow the link above